Plankstadter Carneval-Club Blau-Weiß 1969 e.V.
Mitglied im Bund Deutscher Karneval, Vereinigung Badisch-Pfälzer Karnevalvereine und Kurpfälzer Narrenring

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Kerwe

"Narrina II." schwingt das Zepter

 

Als käme sie direkt vom Coiffeur, präsentierte sich Narrina II. mit perfekter Frisur. Der weiße Rollkragenpulli stand ihr hervorragend, der schwarze Rock schien wie vom Modeberater ausgesucht, weil er hervorragend mit dem pechschwarzen Haupthaar korrespondierte. Die schicken weißen Stiefel, die ließ die Kerweschlumpel lässig aus dem Bollerwagen heraushängen. Auch wenn sie bei genauer Betrachtung ihr Beinkleid gar falsch herum angezogen hatte.

Narrina II. war aber ganz bestimmt nicht mit dem vielzitierten "linken" und damit falschen Fuß zuerst aufgestanden. Einen wolkenlosen Himmel hatte sie zu ihrer Taufe mitgebracht und jede Menge Mitglieder des Plankstadter Carneval Clubs (PCC), die einmal mehr dafür Sorge trugen, dass die Kerweeröffnung vor dem Gemeindezentrum ihren würdigen Rahmen fand.

Machte die Kerweschlumpel zu Anfang noch einen leicht teilnahmslos anmutenden Eindruck, stand sie kurze Zeit später im Mittelpunkt. Umrahmt von den PCC-Gardemädchen genoss sie sichtlich die Aufmerksamkeit aller und ließ sich vom PCC-Vorsitzenden Wolfgang Eichhorn gerne mit einem Schnäpschen taufen und inthronisieren.

Auf Mitstreiter, auf weitere Hoheiten musste Narrina II. auch in diesem Jahr verzichten. Die Gastronomen hatten es wieder nicht geschafft, eine Kerweschlumpel zu kreieren. Von einem intimen Kreis sprach Eichhorn in seiner Kerweansprache, freute sich aber auch über die Tatsache, dass im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr Gäste den Weg zum Gemeindezentrum gefunden hatten. Auch die Musik kam am Samstagnachmittag aus der Konserve. Eichhorns Vorschlag, im kommenden Jahr den Kontakt zu einer Live-Formation zu suchen, werden die meisten PCC-Mitglieder sicherlich zugestimmt haben.

Horst Kolb vertrat bei der Kerweeröffnung Bürgermeister Jürgen Schmitt und erinnerte in seiner Begrüßung an die lange Kerwetradition innerhalb der Gemeinde, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts auflebte. Seitdem werde am dritten Sonntag im Oktober Kerwe gefeiert. Den Mitgliedern des PCC dankte er in erster Linie für die Aufrechterhaltung dieses Brauchs. Verändert habe sich über die vielen Jahre hinweg Vieles, die Kerweschlumpel allerdings habe weiterhin Bestand, wenn Horst Kolb auch seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass künftig wieder mehrere Hoheiten die Rathauswand würden zieren können.

"Der PCC kümmert sich mit Unterstützung des Handwerker- und Gewerbevereins um den Fortbestand einer Veranstaltung wie der heutigen. Dafür möchte ich an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön sagen", schloss sich Dieter Böhm als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Plankstadter Vereine den Worten des Bürgermeisterstellvertreters an. Und er sei stolz, dass die beiden Kerwebräuche, die Kerweschlumpel, sowie der Gänsemarsch am Kerwemontag, durch einen Verein getragen, in der Gemeinde weiter gelebt würden, wenn auch in reduzierter Form. "Sind es doch die Vereine, die auch andere Veranstaltungen, beispielsweise den Sommertagszug, den Backenbläserumzug und den Martinszug am Leben erhalten. Wir alle hoffen, dass es noch lange Menschen gibt, die im Ehrenamt diese zur festen Einrichtung gewordenen Veranstaltungen zu unserer aller Freude weiterführen", betonte Böhm.

"Die Sonne lacht, so soll es sein, es grüßt der Handwerker- und Gewerbeverein", vermeldete dessen Vorsitzender Christoph Zippel und wenn es auch keine Livemusik gab, so gab es doch reichlich Freibier für die PCC-Mitglieder und alle Gäste.

Beim obligatorischen Fassbieranstich machte Horst Kolb keine schlechte Figur und das Bier von Welde-Gebietsleiter Jens Kietzmann war schnell an die Frau und an den Mann gebracht. Derweil freute sich Narrina II. auf ihren großen Moment und für jedermann sichtbar schmückte sie alsbald die Rathausfassade.

 






Nach vier temperamentvollen Tagen wird die Kerweschlumpel verbrannt

Die Hoffnung auf Wiederkehr tröstet


Mild war der Abend, wie überhaupt die Regentschaft von Narrina II. von Planka von der Sonne überstrahlt wurde. Erst mit ihrem Ende setzte der Regen ein und sanken die Temperaturen deutlich ab. Der Kerweschlumpel mag es egal gewesen sein, nicht nur weil ihre Zeit zu Ende ist, sondern weil ihr zum selben ohnehin nochmals kräftig eingeheizt wurde, sie in Flammen aufging.

Wolfgang Eichhorn, der Vorsitzende des Plankstadter Carneval Clubs, der sich federführend dieses Stücks Brauchtums angenommen hat, der gemeinsam mit dem Handwerker- und Gewerbeverein dafür sorgen will, dass die Tradition der Kerwe im Ort noch lange erhalten bleibt, war mit dem Zuspruch am Kerwedienstag sehr zufrieden.

Viele Erwachsene seien mit ihren Kindern nochmals auf den Festplatz gekommen, um ein letztes Mal die Fahrt auf der Reitschul, mit dem Autoscooter oder auf der Riesenrutsche zu genießen. Wie gesagt, das Wetter war prächtig und lud geradezu zu einem Aufenthalt im Freien ein. Und da die Schausteller alles perfekt organisiert hatten, kamen die Kinder auch ein ums andere Mal in den Genuss von Freifahrten, nämlich dann, wenn die Schlumpel mitfuhr.

So herrschte prächtige Stimmung, als sich eine große Schar auf den Weg zum benachbarten Kleinspielfeld, dem "Stadion Rote Erde" machte, um gemeinsam dem Flammengang von Narrina II. beizuwohnen. Wie gewohnt sorgte die Jugendfeuerwehr dabei im Rahmen einer Übung für die notwendige Sicherheit.

Eichhorn hieß die Gäste willkommen, dankte allen Beteiligten, die mit dafür sorgten, dass die Tradition der Kerwe im Ort hochgehalten wird, insbesondere Dieter Böhm von der Interessengemeinschaft der Vereine und Christoph Zippel vom Handwerker- und Gewerbeverein, und nahm mit gewohnt herzzerreißenden Worten Abschied von der Schlumpel und damit von der Kerwe. Doch wie jedes Jahr, am Ende siegte der Optimismus, "die Schlumpel liegt nun hier im Sterwe, doch eins ist sicher, auch im nächsten Jahr ist wieder Kerwe", machte PCC-Vorsitzender Eichhorn den Gästen schon jetzt Lust auf die kommende Kerwe im nächsten Jahr.