Plankstadter Carneval-Club Blau-Weiß 1969 e.V.
Mitglied im Bund Deutscher Karneval, Vereinigung Badisch-Pfälzer Karnevalvereine und Kurpfälzer Narrenring

Startseite Aktivitäten Tanzabteilung Prinzessinnen Links Kontakt Impressum Fanartikel
Rathaussturm

Rathaussturm: Streitmacht des PCC reißt nach verbalem Schlagabtausch mit dem Bürgermeister den Rathausschlüssel bis Aschermittwoch an sich

 

       "Pla-Hoi" ertönt es lautstark unter der weißen Fahne

 

 

Plankstadt. "PCC ante Portas!" Und diesmal wurde gar scharf geschossen. Alleine die Böllerschüsse des Plankstadter Carneval Clubs um seinen Vorsitzenden Wolfgang Eichhorn kündeten lautstark vom festen Willen, an diesem Samstagmorgen das Rathaus zu stürmen.

Im Obergeschoss versuchte Hauptamtsleiter Michael Thate mit Knallfröschen der riesigen PCC-Streitmacht etwas entgegenzusetzen, Gemeinderat Gerhard Waldecker hatte sich sogar mit einer Wasserspritzpistole bewaffnet, doch beide Verteidigungsmittel sollten sich letztlich als wenig probate Mittel herausstellen. Eine halbe Stunde später hisste Bürgermeister Jürgen Schmitt die weiße Fahne.


Angriff mit einem Rammbock


Ein launiges "Morgen zusammen, was liegt an?", hatte Schmitt pünktlich um 11.11 Uhr dem närrischen Volke noch zugerufen. Dabei lag deren Begehr auf der Hand. "Rein, dann hoch, ins Bürgermeisterzimmer und die Hoheit über die Gemeindegeschicke bis Aschermittwoch übernehmen", so lautete die Forderung der Narren. Doch als es von oben ertönte: "Bleibt ihr drunne - un drauß!", rückten die närrischen Angreifer mit ihrem Rammbock sogleich näher. "Das Rathaus wollt ihr stürmen? Wir sollen türmen?", wagte sich Schmitt nicht nur sprichwörtlich gefährlich weit aus dem Fenster, denn klar war, Eichhorn und seine Mannen würden das Notwendige unternehmen.

Schließlich hatten sie schwere Geschütze, darunter die närrische Regierungserklärung in Form der "Elf Paragrafen" mitgebracht. Die "Plankschd-Card" mit einem fälligen Rabatt für Stammgäste im Rathaus schlug Eichhorn vor, sprach von Integrationsprämien und Steuervergünstigungen als Anreize, um die Kommune über die magische 10 000 Einwohner Grenze zu hieven.


Den Aufgaben auch gewachsen?


Ein neues Ski- und Rodelgebiet am steilen Tunnelberg an der Ringstraße, auch das könne sich der PCC gut vorstellen, genauso wie eine Straßenmaut oder den B535-Tunnel als neuen Veranstaltungsort für Musik-events. "Ihr seid schon närrisch, das muss ich euch lassen, ich lasse mich dennoch nicht aus dem Rathaus schaffen", erwiderte Bürgermeister Schmitt, also sah sich der PCC-Vorsitzende gezwungen, fortzufahren. Ein Wörterbuch für Neubürger, "Deutsch - Plänkschderisch, Plänkschderisch - deutsch", erachtete Eichhorn als ebenso sinnvoll, wie eine neue Hymne auf die Gemeinde.

Ein bisschen Angst, das könne er sagen, "die habe ich schon, wenn Sie mit dieser Streitmacht den Angriff wagen", machte Schmitt wenig später deutlich, dass bei ihm und seinen wenigen Gefolgsleuten oben im ersten Stock so langsam, aber sicher, die Stimmung kippte. Und als Wolfgang Eichhorn dann noch auf den geplanten Stresstest für Gemeinderäte hinwies, "geprüft werden soll, ob das jeweilige Ratsmitglied seinen Aufgaben auch gewachsen ist", wie Eichhorn formulierte, da schien es für die Truppe nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sie den Rathausschlüssel würden in Händen halten dürfen. Nur drei anwesende Gemeinderäte am Samstagmorgen - das erscheint im Hinblick auf den kommenden Rathaussturm verbesserungswürdig. "Ein guter Rat zur rechten Zeit, spart Ärger und Verdrießlichkeit", so drückten es die Vertreter des PCC aus, ehe bald "ein dreifach kräftiges Pla-Hoi" erklang.

Denn der Bürgermeister war nebst Gefolge vor das Rathaus getreten, hatte den Schlüssel mitgebracht, die Narrenagenda wohl akzeptiert und so stand dem Austausch des Rathausschlüssels sowie der Machtbefugnisse bis Aschermittwoch nichts mehr im Wege.

Kay Müller
                                   

 

Die 11 Paragrafen für den Rathaussturm am 19.11.2011

 

Der PCC steht wie jedes Jahr zu der Verantwortung, während seiner Interimswirtschaft bis zum Aschermittwoch, die Geschicke der Gemeinde fachgerecht und sachbezogen in die Hand zu nehmen, was sich in den nachstehenden 11 Paragraphen widerspiegelt, die sich sowohl an den örtlichen Gegebenheiten, aber auch an den Bedürfnissen, Wünschen und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger unseres schönen Heimatortes orientieren. Daneben beinhaltet die diesjährige „Narren-Agenda“ aber auch ganz praktische Lösungsmöglichkeiten für die eine oder andere kommunale Aufgabe bzw. sich allgemein stellenden Problemen. Besonders gefordert ist dabei natürlich die tatkräftige Unterstützung unserer Volksvertreter – der Damen und Herren Gemeinderäte.

Hier also die, wie wir denken ausgewogenen, 11 Paragraphen des PCC für das Jahr:

 

§ 1 – Neue Rabatt-Aktion „Die Plankschd-Card!“

Viele Bürgerinnen und Bürger kommen nur alle paar Jahre mal ins Rathaus. Sie wundern sich dann, wenn statt dem Einwohnermeldeamt ein neues Bürgerbüro in Betrieb ist. Allerdings gibt es auch „Stammgäste“, die einmal in der Woche einfach so mal vorbeischauen. Für diesen Personenkreis hat sich die Verwaltung eine Rabatt-Aktion ausgedacht: Jeder Besuch wird mit einem Stempel in der Rabatt-Karte vermerkt. Kommt es dann zum 11. Besuch, erhält der Karteninhaber bei der nächstfälligen Verwaltungsgebühr, das kann z. B. auch ein Strafzettel sein, 11 Prozent Rabatt.

Motto: „Nur wer eine Plankschd-Card hat – kriegt im Rathaus auch Rabatt!“

 

§ 2 – Wir sind Plankstadt!

Dass die Plankstadter feiern können, steht spätestens seit der RNF-Sommertour außer Frage. Gemeinsam sind wir stark - weshalb ab sofort gilt: „Wir sind Plankstadt!“ Beim Sommerfest 2012, zu dem der Siegerpreis „RNF-Truck plus Party-Band“ zur Verfügung steht, besteht die nächste Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen.

Motto: „Plankstadt vorne, ist doch klar, das gilt auch für das nächste Jahr!“

 

§ 3 – ! Die Schallgrenze!

Die Partnerstadt Castelnau-le-Lez hat mittlerweile rd. 15.000 Einwohner. Wie man sich beim 30-jährigen Jubiläum vor Ort überzeugen konnte, wird in großem Stil weiterer Wohnraum geschaffen und eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl erwartet. Unsere Gemeinde schafft es – trotz Neubaugebieten – nicht die magische 10.000-Einwohnergrenze zu erreichen. Wir haben uns Gedanken gemacht und sind zu dem Ergebnis bekommen, dass weitere finanzielle Anreize nötig sind, um mehr Personen zum Umzug nach Plankstadt zu bewegen.

Vorschläge:

1. Integrations-Prämie in Höhe von 111,11 Euro oder

2. Steuerbefreiung für das erste Jahr oder

3. Geburtenprämie

Motto: „Zieht nach Plankschd – habt keine Angschd!“

 

§ 4 – Skigebiet „Plankstadt-Arena“!

Der nächste Winter kommt bestimmt, und ziemlich bald ist wieder mit der weißen Pracht zu rechnen. Dann heißt es für die Kinder wieder im Bereich der Ringstraße „Auf zum Schlittenfahren!“ Der Transport der Schlitten zum nächsten Rutsch vom steilen Tunnelberg ist noch mit einigen Mühen verbunden. Deshalb hat sich die Gemeinde entschlossen, einen kleinen Schlepplift mit Flutlichtanlage zu installieren.

Motto: „Jetzt wird gerodelt Tag und Nacht – damit das Kinderherz uns lacht!“

 

§ 5 – Stress-Test für Gemeinderäte!

Überall werden sogenannte Stress-Tests durchgeführt. Angefangen hat es bei jedem von uns mit dem Schulstress plus anschließenden Prüfungsstress, danach kam der Stress mit den Banken, Stuttgart 21 usw. Neu ist jetzt der Stresstest für Gemeinderäte, mit dem geprüft werden soll, ob das jeweilige Ratsmitglied seinen Aufgaben auch gewachsen ist. Beauftragt wird eine renommierte Consulting-Firma, die eine umfangreiche, detaillierte,  rd. 10 Seiten lange Expertise für einen Sonderpreis in Höhe von 55.555,- Euro erstellt. Der Rat wird über dieses Meisterwerk diskutieren und abstimmen. Wenn kein eindeutiges Votum zustande kommt, bleibt noch der Weg über eine Volksabstimmung.

Motto: „Ein guter Rat zur rechten Zeit, spart Ärger und Verdrießlichkeit!“

 

§ 6 – Straßenmaut!

Mit der Rückstufung der Schwetzinger-/Eppelheimer Straße gibt es in Plankstadt fast nur noch Gemeindestraßen. Das bedeutet auch, dass die vom Durchgangsverkehr mit verursachten Straßenschäden, mit Mitteln des Gemeindehaushalts instandgesetzt werden müssen. Wie jetzt bekannt wurde, ist Plankstadt die erste Gemeinde, die eine Straßenmaut einführen wird. An den Ortseinfahrten werden Kontrollpunkte eingerichtet. Man kann zwischen Tages,- Wochen, Monat- und Jahresvignette wählen. Plankstadter Autofahrer erhalten selbstverständlich Rabatt.

Motto: „Kommt genug Geld in die Kasse, sind die Straßen richtig klasse!“

 

§ 7 – Der Tunnel bebt!

In Zeiten der Finanzkrise ist die Gemeinde dankbar für jeden Vorschlag, der zu einer verbesserten Einnahmesituation beiträgt. Ein schlauer Bürger hat uns folgende Idee präsentiert: Sollte der Tunnel aufgrund von Wartungsarbeiten vorübergehend geschlossen sein, könnte man diesen als Veranstaltungsort für Musik-Events nutzen. Die Akustik ist außergewöhnlich gut, die Beleuchtung muss ja nicht sehr intensiv sein und an den beiden Toren kann man problemlos das Eintrittsgeld kassieren.

Motto: „Im Tunnel ist die Hölle los – da ist die Freude riesengroß!“

 

§ 8 – „Hällowien – Hälloplankschd!“

Jedes Jahr laden die Städte Mannheim, Heidelberg und Speyer zu der „Langen Nacht der Museen“ ein. Unsere Gemeinde sollte hier nicht zurückstehen und ihre öffentlichen Einrichtungen einmal im Jahr bis nachts um 2 Uhr öffnen. Am 31. Oktober wird daher eine „Lange Halloween-Nacht oder einfach Hälloplankschd“ veranstaltet. Im Angebot könnten zum Beispiel „Mitternachts-Schwimmen im Hallenbad“, „Geisternacht im Heimatmuseum“, „Vampir-Treffen im Rathaus“ oder „Hexentreffen mit Hexentanz in der Gänsweid“ sein.

Motto: „Dracula und Frankenstein laden dich nach Plankstadt ein!“

 

§ 9 – Wörterbuch „Deutsch-Plänkschderisch – Plänkschderisch-Deutsch!

Der literarische Höhepunkt des Jahres aus Gemeindesicht ist zweifellos das neue Buch von Ulrich Kobelke „Plankstadt – Leben in der Mitte!“ Ein absolutes Muss und ideales Geschenk für jeden, der Plankstadt schätzen und lieben gelernt hat. Für alle Neubürger, die nicht aus der Kurpfalz stammen, wird rechtzeitig zum Neubürgerempfang das Wörterbuch „Deutsch-Plänkschderisch – Plänkschderisch-Deutsch“ erscheinen. Hierin kann man z. B. nachlesen, was eine „Schpell“ ist, wer zur Gattung der „Wescher“ zählt oder was man gemeinhin unter „Duwak“ versteht.

Motto: „Hast du dieses Buch kapiert, bist du gleich voll integriert!“

 

§ 10 – Ein Lied über Plankstadt!

Der Verfasser dieser Paragrafen musste vor kurzem bei einem „Auslandsaufenthalt“ in Oftersheim konsterniert feststellen, dass es doch tatsächlich ein Lied über die Nachbargemeinde gibt, in dem die Schönheit und Liebenswürdigkeit dieser Kommune in höchsten Tönen gepriesen wurde. Er regt deshalb an, einen Song-Wettbewerb zu veranstalten: Gesucht wird das „Plänkschder-Lied!“ Eine fachkundige Jury wird entscheiden. Das Siegerlied wird dann bei allen offiziellen Anlässen anstelle oder zusammen mit dem „Badner-Lied“ angestimmt.

Motto: „Wo gesungen wird, da lass dich ruhig nieder – böse Menschen haben keine Lieder!“

 

§ 11 - Der Übernahme Paragraph!

Während der Regierungszeit des PCCs gehen alle Einnahmen an den PCC, die Ausgaben übernimmt die Gemeinde. Dadurch ist gewährleistet, dass der Backenbläserumzug finanziert und durchgeführt werden kann. Der Herr Bürgermeister, sowie die Sprecher der Fraktionen, müssen ab sofort an den Arbeitssitzungen des PCC teilnehmen, damit sie über alles informiert sind und ab dem Aschermittwoch die Gemeindegeschicke lückenlos übernehmen können. Selbstverständlich werden der Herr Bürgermeister sowie die Fraktionssprecher die von den Elferräten während der gemeinsamen Arbeitssitzungen verzehrten Getränke übernehmen dürfen.

Unser Motto: „Ihr liewe Leit, is des net schee, ab heit regiert der PCC !!!“