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Plankstadt.
"PCC
ante Portas!" Und diesmal wurde gar scharf geschossen. Alleine
die Böllerschüsse des Plankstadter Carneval Clubs um seinen
Vorsitzenden Wolfgang Eichhorn kündeten lautstark vom festen
Willen, an diesem Samstagmorgen das Rathaus zu stürmen.
Im Obergeschoss versuchte Hauptamtsleiter Michael Thate mit
Knallfröschen der riesigen PCC-Streitmacht etwas
entgegenzusetzen, Gemeinderat Gerhard Waldecker hatte sich
sogar mit einer Wasserspritzpistole bewaffnet, doch beide
Verteidigungsmittel sollten sich letztlich als wenig probate
Mittel herausstellen. Eine halbe Stunde später hisste
Bürgermeister Jürgen Schmitt die weiße Fahne.
Angriff mit
einem Rammbock
Ein launiges "Morgen zusammen, was liegt an?", hatte Schmitt
pünktlich um 11.11 Uhr dem närrischen Volke noch zugerufen.
Dabei lag deren Begehr auf der Hand. "Rein, dann hoch, ins
Bürgermeisterzimmer und die Hoheit über die Gemeindegeschicke
bis Aschermittwoch übernehmen", so lautete die Forderung der
Narren. Doch als es von oben ertönte: "Bleibt ihr drunne - un
drauß!", rückten die närrischen Angreifer mit ihrem Rammbock
sogleich näher. "Das Rathaus wollt ihr stürmen? Wir sollen
türmen?", wagte sich Schmitt nicht nur sprichwörtlich
gefährlich weit aus dem Fenster, denn klar war, Eichhorn und
seine Mannen würden das Notwendige unternehmen.
Schließlich hatten sie schwere Geschütze, darunter die
närrische Regierungserklärung in Form der "Elf Paragrafen"
mitgebracht. Die "Plankschd-Card" mit einem fälligen Rabatt
für Stammgäste im Rathaus schlug Eichhorn vor, sprach von
Integrationsprämien und Steuervergünstigungen als Anreize, um
die Kommune über die magische 10 000 Einwohner Grenze zu
hieven.
Den Aufgaben
auch gewachsen?
Ein neues Ski- und Rodelgebiet am steilen Tunnelberg an der
Ringstraße, auch das könne sich der PCC gut vorstellen,
genauso wie eine Straßenmaut oder den B535-Tunnel als neuen
Veranstaltungsort für Musik-events. "Ihr seid schon närrisch,
das muss ich euch lassen, ich lasse mich dennoch nicht aus dem
Rathaus schaffen", erwiderte Bürgermeister Schmitt, also sah
sich der PCC-Vorsitzende gezwungen, fortzufahren. Ein
Wörterbuch für Neubürger, "Deutsch - Plänkschderisch,
Plänkschderisch - deutsch", erachtete Eichhorn als ebenso
sinnvoll, wie eine neue Hymne auf die Gemeinde.
Ein bisschen Angst, das könne er sagen, "die habe ich schon,
wenn Sie mit dieser Streitmacht den Angriff wagen", machte
Schmitt wenig später deutlich, dass bei ihm und seinen wenigen
Gefolgsleuten oben im ersten Stock so langsam, aber sicher,
die Stimmung kippte. Und als Wolfgang Eichhorn dann noch auf
den geplanten Stresstest für Gemeinderäte hinwies, "geprüft
werden soll, ob das jeweilige Ratsmitglied seinen Aufgaben
auch gewachsen ist", wie Eichhorn formulierte, da schien es
für die Truppe nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sie
den Rathausschlüssel würden in Händen halten dürfen. Nur drei
anwesende Gemeinderäte am Samstagmorgen - das erscheint im
Hinblick auf den kommenden Rathaussturm verbesserungswürdig.
"Ein guter Rat zur rechten Zeit, spart Ärger und
Verdrießlichkeit", so drückten es die Vertreter des PCC aus,
ehe bald "ein dreifach kräftiges Pla-Hoi" erklang.
Denn der Bürgermeister war nebst Gefolge vor das Rathaus
getreten, hatte den Schlüssel mitgebracht, die Narrenagenda
wohl akzeptiert und so stand dem Austausch des
Rathausschlüssels sowie der Machtbefugnisse bis Aschermittwoch
nichts mehr im Wege.
Kay Müller

Die 11 Paragrafen
für den Rathaussturm am 19.11.2011
Der PCC steht
wie jedes Jahr zu der Verantwortung, während seiner
Interimswirtschaft bis zum Aschermittwoch, die Geschicke der
Gemeinde fachgerecht und sachbezogen in die Hand zu nehmen,
was sich in den nachstehenden 11 Paragraphen widerspiegelt,
die sich sowohl an den örtlichen Gegebenheiten, aber auch an
den Bedürfnissen, Wünschen und Sorgen der Bürgerinnen und
Bürger unseres schönen Heimatortes orientieren. Daneben
beinhaltet die diesjährige „Narren-Agenda“ aber auch ganz
praktische Lösungsmöglichkeiten für die eine oder andere
kommunale Aufgabe bzw. sich allgemein stellenden Problemen.
Besonders gefordert ist dabei natürlich die tatkräftige
Unterstützung unserer Volksvertreter – der Damen und Herren
Gemeinderäte.
Hier also die,
wie wir denken ausgewogenen, 11 Paragraphen des PCC für das
Jahr:
§ 1 – Neue
Rabatt-Aktion „Die Plankschd-Card!“
Viele Bürgerinnen und Bürger
kommen nur alle paar Jahre mal ins Rathaus. Sie wundern sich
dann, wenn statt dem Einwohnermeldeamt ein neues Bürgerbüro in
Betrieb ist. Allerdings gibt es auch „Stammgäste“, die einmal
in der Woche einfach so mal vorbeischauen. Für diesen
Personenkreis hat sich die Verwaltung eine Rabatt-Aktion
ausgedacht: Jeder Besuch wird mit einem Stempel in der
Rabatt-Karte vermerkt. Kommt es dann zum 11. Besuch, erhält
der Karteninhaber bei der nächstfälligen Verwaltungsgebühr,
das kann z. B. auch ein Strafzettel sein, 11 Prozent Rabatt.
Motto: „Nur
wer eine Plankschd-Card hat – kriegt im Rathaus auch Rabatt!“
§ 2 – Wir sind
Plankstadt!
Dass die Plankstadter feiern
können, steht spätestens seit der RNF-Sommertour außer Frage.
Gemeinsam sind wir stark - weshalb ab sofort gilt: „Wir sind
Plankstadt!“ Beim Sommerfest 2012, zu dem der Siegerpreis „RNF-Truck
plus Party-Band“ zur Verfügung steht, besteht die nächste
Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen.
Motto:
„Plankstadt vorne, ist doch klar, das gilt auch für das
nächste Jahr!“
§ 3 – ! Die
Schallgrenze!
Die Partnerstadt
Castelnau-le-Lez hat mittlerweile rd. 15.000 Einwohner. Wie
man sich beim 30-jährigen Jubiläum vor Ort überzeugen konnte,
wird in großem Stil weiterer Wohnraum geschaffen und eine
weitere Zunahme der Einwohnerzahl erwartet. Unsere Gemeinde
schafft es – trotz Neubaugebieten – nicht die magische
10.000-Einwohnergrenze zu erreichen. Wir haben uns Gedanken
gemacht und sind zu dem Ergebnis bekommen, dass weitere
finanzielle Anreize nötig sind, um mehr Personen zum Umzug
nach Plankstadt zu bewegen.
Vorschläge:
1. Integrations-Prämie in Höhe
von 111,11 Euro oder
2. Steuerbefreiung für das
erste Jahr oder
3. Geburtenprämie
Motto:
„Zieht nach Plankschd – habt keine Angschd!“
§ 4 – Skigebiet
„Plankstadt-Arena“!
Der nächste Winter kommt
bestimmt, und ziemlich bald ist wieder mit der weißen Pracht
zu rechnen. Dann heißt es für die Kinder wieder im Bereich der
Ringstraße „Auf zum Schlittenfahren!“ Der Transport der
Schlitten zum nächsten Rutsch vom steilen Tunnelberg ist noch
mit einigen Mühen verbunden. Deshalb hat sich die Gemeinde
entschlossen, einen kleinen Schlepplift mit Flutlichtanlage zu
installieren.
Motto:
„Jetzt wird gerodelt Tag und Nacht – damit das Kinderherz uns
lacht!“
§ 5 – Stress-Test
für Gemeinderäte!
Überall werden sogenannte
Stress-Tests durchgeführt. Angefangen hat es bei jedem von uns
mit dem Schulstress plus anschließenden Prüfungsstress, danach
kam der Stress mit den Banken, Stuttgart 21 usw.
Neu ist jetzt
der Stresstest für Gemeinderäte, mit dem geprüft werden soll,
ob das jeweilige Ratsmitglied seinen Aufgaben auch gewachsen
ist. Beauftragt wird eine renommierte Consulting-Firma, die
eine umfangreiche, detaillierte, rd. 10 Seiten lange
Expertise für einen Sonderpreis in Höhe von 55.555,- Euro
erstellt. Der Rat wird über dieses Meisterwerk diskutieren und
abstimmen. Wenn kein eindeutiges Votum zustande kommt, bleibt
noch der Weg über eine Volksabstimmung.
Motto:
„Ein guter Rat zur rechten Zeit, spart Ärger und
Verdrießlichkeit!“
§ 6 – Straßenmaut!
Mit der Rückstufung der
Schwetzinger-/Eppelheimer Straße gibt es in Plankstadt fast
nur noch Gemeindestraßen. Das bedeutet auch, dass die vom
Durchgangsverkehr mit verursachten Straßenschäden, mit Mitteln
des Gemeindehaushalts instandgesetzt werden müssen. Wie jetzt
bekannt wurde, ist Plankstadt die erste Gemeinde, die eine
Straßenmaut einführen wird. An den Ortseinfahrten werden
Kontrollpunkte eingerichtet. Man kann zwischen Tages,- Wochen,
Monat- und Jahresvignette wählen. Plankstadter Autofahrer
erhalten selbstverständlich Rabatt.
Motto:
„Kommt genug Geld in die Kasse, sind die Straßen richtig
klasse!“
§ 7 – Der Tunnel
bebt!
In Zeiten der Finanzkrise ist
die Gemeinde dankbar für jeden Vorschlag, der zu einer
verbesserten Einnahmesituation beiträgt. Ein schlauer Bürger
hat uns folgende Idee präsentiert: Sollte der Tunnel aufgrund
von Wartungsarbeiten vorübergehend geschlossen sein, könnte
man diesen als Veranstaltungsort für Musik-Events nutzen. Die
Akustik ist außergewöhnlich gut, die Beleuchtung muss ja nicht
sehr intensiv sein und an den beiden Toren kann man problemlos
das Eintrittsgeld kassieren.
Motto: „Im
Tunnel ist die Hölle los – da ist die Freude riesengroß!“
§ 8 – „Hällowien –
Hälloplankschd!“
Jedes Jahr laden die Städte
Mannheim, Heidelberg und Speyer zu der „Langen Nacht der
Museen“ ein. Unsere Gemeinde sollte hier nicht zurückstehen
und ihre öffentlichen Einrichtungen einmal im Jahr bis nachts
um 2 Uhr öffnen. Am 31. Oktober wird daher eine „Lange
Halloween-Nacht oder einfach Hälloplankschd“ veranstaltet. Im
Angebot könnten zum Beispiel „Mitternachts-Schwimmen im
Hallenbad“, „Geisternacht im Heimatmuseum“, „Vampir-Treffen im
Rathaus“ oder „Hexentreffen mit Hexentanz in der Gänsweid“
sein.
Motto: „Dracula
und Frankenstein laden dich nach Plankstadt ein!“
§ 9 – Wörterbuch „Deutsch-Plänkschderisch –
Plänkschderisch-Deutsch!
Der literarische Höhepunkt des
Jahres aus Gemeindesicht ist zweifellos das neue Buch von
Ulrich Kobelke „Plankstadt – Leben in der Mitte!“ Ein
absolutes Muss und ideales Geschenk für jeden, der Plankstadt
schätzen und lieben gelernt hat. Für alle Neubürger, die nicht
aus der Kurpfalz stammen, wird rechtzeitig zum
Neubürgerempfang das Wörterbuch „Deutsch-Plänkschderisch –
Plänkschderisch-Deutsch“ erscheinen. Hierin kann man z. B.
nachlesen, was eine „Schpell“ ist, wer zur Gattung der „Wescher“
zählt oder was man gemeinhin unter „Duwak“ versteht.
Motto:
„Hast du dieses Buch kapiert, bist du gleich voll integriert!“
§ 10 – Ein Lied
über Plankstadt!
Der Verfasser dieser Paragrafen
musste vor kurzem bei einem „Auslandsaufenthalt“ in Oftersheim
konsterniert feststellen, dass es doch tatsächlich ein Lied
über die Nachbargemeinde gibt, in dem die Schönheit und
Liebenswürdigkeit dieser Kommune in höchsten Tönen gepriesen
wurde. Er regt deshalb an, einen Song-Wettbewerb zu
veranstalten: Gesucht wird das „Plänkschder-Lied!“ Eine
fachkundige Jury wird entscheiden. Das Siegerlied wird dann
bei allen offiziellen Anlässen anstelle oder zusammen mit dem
„Badner-Lied“ angestimmt.
Motto: „Wo
gesungen wird, da lass dich ruhig nieder – böse Menschen haben
keine Lieder!“
§ 11 - Der Übernahme Paragraph!
Während der
Regierungszeit des PCCs gehen alle Einnahmen an den PCC, die
Ausgaben übernimmt die Gemeinde. Dadurch ist gewährleistet,
dass der Backenbläserumzug finanziert und durchgeführt werden
kann. Der Herr Bürgermeister, sowie die Sprecher der
Fraktionen, müssen ab sofort an den Arbeitssitzungen des PCC
teilnehmen, damit sie über alles informiert sind und ab dem
Aschermittwoch die Gemeindegeschicke lückenlos übernehmen
können. Selbstverständlich werden der Herr Bürgermeister sowie
die Fraktionssprecher die von den Elferräten während der
gemeinsamen Arbeitssitzungen verzehrten Getränke übernehmen
dürfen.
Unser Motto: „Ihr
liewe Leit, is des net schee, ab heit regiert der PCC !!!“



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